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Monatsspruch März

Jesus Christus spricht: „Es ist vollbracht!"
Johannes 19,30

Mit diesen Worten endet nach dem Bericht des Evangelisten Johannes das Leben, Leiden und Sterben Jesu von Nazareth. Es ist vollbracht. Es ist zum Ende gekommen und zum Ziel.

Aber, was ist vollbracht? Jesus sagt diese letzten Worte nach dem Evangelisten Johannes, als er am Kreuz stirbt. Johannes berichtet anders als die anderen Evangelisten von der Geschichte Jesu und von dem Ende am Kreuz. Ebenso wie der Apostel Paulus erkennt Johannes in Leiden und Tod schon das Ziel des Wirkens Gottes: „Gott war in Christus.“ Auch Johannes berichtet vom Leiden, er unterschlägt es nicht. 

Der Weg Gottes führt mit Jesus in die Finsternis, dahin, wo all das ist, was man lieber nicht sehen will und was man nicht sehen soll. Das Leiden der Unschuldigen, derer, die schreien, und derer, die nicht mehr schreien können, das Stöhnen der Gequälten und ihr Verstummen, die Bosheit und der Spott all derer, die die Opfer verlachen und all die alltäglichen Bosheiten, mit denen Menschen einander übervorteilen, Unrecht tun und verletzen.

Manchmal sind es nur kleine Gemeinheiten, kaum wahrzunehmen für Außenstehende; manchmal sind es Reichtümer, um die man andere betrogen hat; manchmal sind es Gleichgültigkeiten: Man übersieht jemanden und macht ihn so zu einem Nichts. Es sind all diese Bosheiten, mit denen Menschen einander das Leben zur Hölle machen.

In die Tiefen dieses Lebens, ja in die Hölle, die Menschen einander bereiten, führt Gottes Weg in Jesus. Alles, was die Finsternis verdecken soll, liegt auf ihm. Alles, mit dem wir andere zerstören, Hass, Neid, Lüge, alles, mit dem wir uns selbst zerstören: der Selbsthass, die Lebensfeindschaft und die Lüge, mit der wir uns etwas vormachen und uns betrügen, und all das, mit dem wir Leben zerstören und die Beziehung zerstören zu anderen und zu Gott, all das trägt der Gekreuzigte. Wie es schon der Prophet Jesaja über diesen Leidenden sagt, so erfüllt es sich in Jesus: „Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen“, heilsames Opfer für uns, so hat er eine Bresche geschlagen in die Finsternis, so wirkt er Heil. Deshalb heißt es im Johannesevangelium: Es ist vollbracht! Erinnern wir uns in dieser Passionszeit daran.

A.Hinzmann